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X-WR-CALNAME:Architekturnovember\, das BDA Architekturfestival in Baden-Wü
 rttemberg im November 2026
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SUMMARY:Materialgeschichten der Moderne\nVortrag von Cornelia Escher
DESCRIPTION:Die Analyse der architektonischen Moderne fokussiert meist mehr
  auf den Raum als auf das Material. Dennoch kulminieren in der architekton
 ischen Moderne die bereits im 19. Jahrhundert begonnenen Erkenntnisse und 
 Prozesse der Industrialisierung und synthetischen Herstellung von Baustoff
 en sowie der kolonialen Extraktion von Materialien. Entsprechend war die a
 rchitektonische Moderne von Veränderungen im Bereich der Baumaterialien g
 eprägt. Auch Ludwig Mies van der Rohe bemerkte in seinem Résumé zur Wei
 ßenhofsiedlung in der Zeitschrift Die Form die Relevanz dort erprobter ne
 uer Materialien und setzte diese auch selbst ein. Gleichwohl sah er die Ha
 uptleistung der Siedlung in der räumlichen Anlage\, die er als „eigentl
 ich baukünstlerische Frage“ bezeichnet. Diese Aussagen legen eine Hiera
 rchie offen\, die charakteristisch ist für den modernen Umgang mit dem Ma
 terial. Sie trennt zwischen dem „Machen“\, der Produktion\, einerseits
  und dem künstlerischen Entwerfen\, der architektonischen Gestaltung und 
 Ästhetik andererseits. Tatsächlich aber sind die Felder von Extraktion\,
  Produktion und Gestaltung enger miteinander verknüpft\, als es hier form
 uliert wird. Moderne Materialien prägten imperiale und koloniale Prozesse
  mit territorialen ebenso wie ästhetischen Dimensionen. Indem moderne Arc
 hitekt*innen in ihren gestalterischen Entwürfen abstrakte Eigenschaften h
 ervorhoben und eine von der Produktion losgelöste Materialästhetik defin
 ierten\, verdrängten sie die negativen Auswirkungen der Materialextraktio
 n auf menschliche Körper\, Landschaften und Gesellschaften in den Kolonie
 n. Sie negierten die Abhängigkeit ihrer Entwürfe von vielfältigen\, auc
 h praktischen\, transversalen und indigenen Wissensformen. Eine Überwindu
 ng von anthropozentrischen und imperialistischen Lesarten des Materials\, 
 wie sie in der Moderne geprägt wurden\, scheint insbesondere für die geg
 enwärtige Lehre der Architektur und Architekturgeschichte geboten. Dabei 
 sollte die Verbundenheit des Materials mit menschlichen Akteuren und spezi
 fischen Handlungskontexten betont werden. Auf dieser Basis können Archite
 kt*innen und Wissenschaftler*innen einen Weg zu einer stärker verflochten
 en Materialästhetik und auch zu neuen egalitären und ökologischen Persp
 ektiven in der Architektur eröffnen. Bio: Prof. Dr. Cornelia Escher\, Ala
 nus Hochschule für Kunst und Architektur Alfter Cornelia Escher lehrt und
  forscht zur Geschichte und Theorie von Architekturen\, Bildern und Artefa
 kten. Seit 2026 ist sie Professorin für Architektur\, Geschichte und Theo
 rie an der an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter. Zu
 vor war sie Juniorprofessorin an der Kunstakademie Düsseldorf (2017-2026)
  und Professorin für Architekturtheorie und Entwurf an der Akademie der b
 ildenden Künste Wien (2024/25). Von 2014 bis 2017 war sie Postdoktorandin
  in der Forschungsgruppe „Global Processes“ an der Universität Konsta
 nz. Sie promovierte 2014 an der ETH Zürich. Ihre Forschung und ihre Publi
 kationen konzentrieren sich auf die planetarische und transkulturelle Arch
 itekturgeschichte\, auf die moderne und zeitgenössische Architektur\, die
  Wechselbeziehung zwischen Architektur und den Künsten sowie zwischen Arc
 hitektur und Soziologie. Jüngere Forschungsprojekte fokussierten auf die 
 transkulturellen urbanen Netzwerke von Musik und Architektur (Journal of U
 rban History 2021) sowie auf die (post-)koloniale Architektur in Kamerun\,
  mit einem Schwerpunkt auf der Beziehung von Architektur zu Materialität\
 , Bildern und Ökologien.
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