Zehn Jahre Architekturnovember

Zehn Jahre – das ist ein Wort, aber kein Anlass, nur zurückzublicken. Es ist vielmehr ein Moment der Reflexion und noch mehr der Frage: Was kommt jetzt? Städtebau und Freianlagenplanung schaffen den physischen Rahmen für unser Handeln und Erleben. Sie können verärgern, provozieren, erfreuen oder wohltuend wirken, das Leben erschweren oder erleichtern. Aber wer fühlt sich noch verantwortlich dafür? Und wer hat die Ressourcen? Insbesondere, wenn es um Räume für Gemeinschaft geht? Wohnungsnot, knappe öffentliche Kassen, Leerstand und Abbruchdebatten – die Herausforderungen sind drängend. Gefragt sind resiliente, Lösungen in planetaren Grenzen, die auch für kommende Generationen taugen. Partizipation wird dabei ebenso wichtig sein, wie der kluge Einsatz digitaler Werkzeuge – von BIM bis KI. Planungsprozesse werden zu komplexen Herausforderungen für alle Beteiligten!

Und wer plant das Morgen?

War es jemals anders? Oder haben wir verlernt, mit den Anforderungen umzugehen? Schwindet die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen? Die Fehlertoleranz? Der Wille zu Gemeinschaft? Wie steht es um die Fähigkeit, einander zuzuhören, als Voraussetzung dafür, sinnvoll zu planen? Wir hoffen, der Architekturnovember bietet den Rahmen dafür, miteinander ins Gespräch zu kommen und im Dialog gemeinsam Lösungen entwickeln. Fachleute und Interessierte zusammenzubringen, sich mit Realisiertem und Realitäten auseinandersetzen, und Fragen stellen, um gemeinsam nach Antworten zu suchen.

Auftakt

Zum Auftakt begeben wir uns dieses Mal an einen fast unscheinbaren transitorischen Raum in der Stuttgarter Innenstadt, ein Raum, der gemäß unserem Motto viele Fragen aufwirft, und gleichzeitig einer an dem aktiv nach Antworten gesucht wird. Das Foyer des Württembergischen Kunstvereins –einfach nur eine Verbindung?

Liza Heilmeyer, Freie Architektin BDA, Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Baden-Württemberg

Mein Dank gilt an dieser Stelle allen, die tatkräftig mitwirken, sowie dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg für die großzügige Unterstützung.

Wer veranstaltet mit?

Der Architekturnovember 2025 lebt von dem Engagement der BDA Gruppen, der Vielfalt bewährter Partner:innen sowie neuer Impulse: In Stuttgart gestalten wieder die Hochschule für Technik mit „Best of“ und „Punkt 7“, die Akademie der Bildenden Künste mit der Jour Fixe Reihe, die November Talks der Universität, die IBA’27 sowie der BDA Wechselraum das Programm. Neu hinzu kommen die Creative Days Stuttgart, der ArchitekturSalon Hamburg zu Gast, Architects4Future Stuttgart, das Italienische Kulturinstitut, der Verlag av edition mit einer Buchvorstellung im Stadtpalais sowie die HfT Stuttgart in Kooperation mit Häfele. Wir freuen uns, dass sich diesmal auch wieder Büros beteiligen: LRO mit einem Stadtspaziergang und wulf architekten mit einem Booklaunch. In Karlsruhe beteiligen sich die KIT-Fakultät für Architektur und das Architekturschaufenster. Wieder dabei sind außerdem die Biberacher Architekturgespräche, das Architekturforum Freiburg gemeinsam mit dem Architektinnen-Netzwerk Freiburg, die Heidelberger Schlossgespräche, die Heilbronner Architekturgespräche, die Feierabendachitektur in Weil am Rhein, der Waldshuter Architekturapéro, das Ludwigsburger Architekturquartett, die HTWG Konstanz sowie die Evangelische Akademie Bad Boll. Der BDA Heidelberg lenkt den Blick auf ein Industrieareal. In Ulm zeigt der BDA Ulm – Donau – Iller die Ausstellung Gefährdete Arten. So macht der Architekturnovember erneut Orte und aktuelle Fragen der Baukultur im Land sichtbar.

Was ist der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA?

Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) ist ein Zusammenschluss freiberuflich tätiger Architekt*innen und Stadtplaner*innen, die aufgrund ihrer herausragenden beruflichen Qualifikation und persönlichen Integrität in den Verband berufen wurden. Viele sind in der Lehre tätig oder aktiv in berufspolitischen Gremien. Zusätzlich engagieren sich außerordentliche Mitglieder aus verschiedenen Bereichen für die Ziele des BDA. Der Verband steht für baukulturellen Diskurs auf höchstem Niveau, den er durch Ausstellungen, Vorträge, Publikationen, Podiumsdiskussionen, Preise und Seminare fördert. Dabei verfolgt er das Ziel, im Bewusstsein der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, die gebaute Umwelt qualitativ zu verbessern. Alle drei Jahre wird der Hugo-Häring-Preis, der bedeutendste und älteste Architekturpreis in Baden-Württemberg, vergeben. Der BDA wurde 1903 gegründet. Heute zählt der Verband bundesweit etwa 4.500 Mitglieder, davon rund 900 in Baden-Württemberg.