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Architekturnovember,
das BDA Architekturfestival
in Baden-Württemberg

ANSICHTEN – AUSSICHTEN – EINSICHTEN

Architektur entsteht nicht im Konsens. Sie entsteht im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen: zwischen Bestand und Transformation, Dichte und Freiraum, Klima und Ressourcen, Eigentum und Gemeinwohl. Jede Planung ist ein Aushandlungsprozess. Architektur ist nie neutral. Baukultur beschreibt die Fähigkeit, mit diesen Spannungen umzugehen. Sie zeigt sich, wo verschiedene Perspektiven sichtbar werden und in räumliche Qualität münden. Architektur gestaltet so die Bedingungen unseres Zusammenlebens. Genau diese Fähigkeit gerät heute unter Druck. Debatten werden schneller, Positionen verhärten sich, Widerspruch gilt als Scheitern statt als Voraussetzung demokratischer Verständigung. Dabei entstehen tragfähige Lösungen selten aus Einigkeit, sondern aus der Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen und produktiv zu machen.

Der Architekturnovember 2026 stellt die „Ansicht“ in den Mittelpunkt, bewusst mehrdeutig: als Plan, als persönliche Haltung und als gesellschaftliches Bild. Es geht nicht um die richtige Position, sondern darum, die produktive Kraft des Widerspruchs für Planung und Baukultur nutzbar zu machen. Es geht um die Fähigkeit, nicht nur Räume zu entwerfen, sondern auch Perspektiven. Weniger Positionen zu behaupten als neue Fragen zu stellen. Weniger Gewissheiten zu verteidigen als Dialog zu ermöglichen. Denn gemeinsame Räume entstehen dort, wo unterschiedliche Ansichten nicht gegeneinander ausgespielt, sondern in geteilte räumliche Vorstellungen übersetzt werden.
Den Auftakt bildet am 2. November 2026 die Veranstaltung „Ansichtssache“ im Foyer des DHBW-Hörsaalgebäudes in der Jägerstraße in Stuttgart. BDA-Präsident Alexander Poetzsch fragt dort, welche Gewissheiten der Baukultur im Umbruch noch tragen, und diskutiert mit eingeladenen Gästen deren Positionen und Gegenansichten.

Wer macht mit?

War es jemals anders? Oder haben wir verlernt, mit den Anforderungen umzugehen? Schwindet die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen? Die Fehlertoleranz? Der Wille zu Gemeinschaft? Wie steht es um die Fähigkeit, einander zuzuhören, als Voraussetzung dafür, sinnvoll zu planen? Wir hoffen, der Architekturnovember bietet den Rahmen dafür, miteinander ins Gespräch zu kommen und im Dialog gemeinsam Lösungen entwickeln. Fachleute und Interessierte zusammenzubringen, sich mit Realisiertem und Realitäten auseinandersetzen, und Fragen stellen, um gemeinsam nach Antworten zu suchen. Zum Auftakt begeben wir uns dieses Mal an einen kleinen fast unscheinbaren transitorischen Raum in der Stuttgarter Innenstadt, ein Raum, der gemäß unserem Motto viele Fragen aufwirft, und gleichzeitig einer an dem aktiv nach Antworten gesucht wird. Das Foyer des Kunstvereins –
einfach nur eine Verbindung?